Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt: Bewegung kann helfen, den Knochenabbau zu bremsen. Nur wenn Sie sich ausreichend bewegen, kann Calcium in Ihre Knochen eingebaut werden. Bewegung schult außerdem das Koordinationsvermögen, stärkt die Muskulatur und vermindert hierdurch Ihr Sturzrisiko.
Doch Vorsicht! Nicht alle Bewegungen sind mit Ihrer Osteoporoseerkrankung zu vereinbaren. Bevor Sie in das Trainingsprogramm einsteigen konsultieren Sie uns. Wir werden Ihnen grünes Licht zum Behandlungsbeginn geben. Ideal sich schonend in Bewegung zu halten sind Radfahren und schwimmen. Die Krankengymnastik unter fachkundiger Anleitung stärkt die Knochen. Am Ende dieser Broschüre geben wir Ihnen einige Hinweise zum Verhaltenstraining und zu selbstständigen Übungen. Belasten Sie sich ruhig, aber übertreiben Sie nicht! Benutzen Sie statt des Fahrstuhls auch die Treppe, wenn es keine anderen Gründe dagegen gibt. Tragen Sie auch leichte Einkaufstaschen selbst statt sie mit dem Einkaufsroller zu transportieren.
Sonne tanken! Bewegen Sie sich an der frischen Luft. Machen Sie regelmäßig Spaziergänge. Unter der Einwirkung des UV-haltigen Sonnenlichtes wird Vitamin D in der Haut gebildet. Vitamin D unterstützt die Aufnahme von Calcium aus der Nahrung und fördert die Einlagerung in die Knochen. In den Sommermonaten sollten Sie nicht zu dicke und sonnenundurchlässige Kleidung tragen. Lassen Sie die Sonne an Ihre Haut.
Ihre richtige Körperhaltung: Durch die osteoporosebedingte Entkalkung der Knochen wird auch die Wirbelsäule geschwächt. Dadurch entsteht häufig ein Rundrücken, der zu Verspannungen der Muskeln und damit zu Rückenschmerzen führt. Eine richtige Körperhaltung kann dem entgegenwirken.
Sitzen:
Sitzen Sie vorzugsweise in aufrechter Haltung. Wechseln Sie aber öfter die Position.
Abwaschen:
Passen Sie die Höhe der Arbeitsflächen so an, dass Sie gerade stehen können.
Staubsaugen:
Arbeiten Sie mit gerader Körperhaltung.
Tragen:
Verteilen Sie kleine Lasten auf beide Seiten. Tragen Sie nicht zu schwer.
Treten Rückenschmerzen auf, gönnen Sie sich Ruhephasen. Legen Sie sich gerade mit dem Rücken auf einen harten Untergrund, legen Sie sich ein flaches Kissen unter die Kniegelenke und unter den Kopf. Nach 10 bis 20 min spüren Sie eine deutliche Entlastung Ihres Rückens und eine Linderung Ihrer Beschwerden.
Osteoporose-Gymnastik:
Die wenigen nachfolgenden Übungen können Ihnen helfen, Ihre Schmerzen zu lindern. Sie dienen zum Aufbautraining Ihrer Muskulatur. Gerne überlasse ich Ihnen Informationen über weitere Übungen.
"Bodenlage!"
Heben Sie die Fußspitzen an, drücken Sie die Hacken auf den Boden, heben Sie den Kopf leicht an und zählen Sie dabei laut von 21 bis 28.
"Stützübung!"
Stützen Sie sich mit beiden Händen an der Wand ab, ein Bein steht etwas näher zur Wand als das andere. Nun bewegen Sie langsam ohne zu federn das vordere Knie sowie Ihre Hüfte zur Wand. Achten Sie darauf, dass die Fersen auf dem Boden bleiben.
Lockere Beinübungen: "Sitzübung!"
Ziehen Sie abwechselnd Ihre Beine langsam zum Körper und halten Sie diese Position ca. 15 bis 30 Sekunden.
"Spreizübungen!"
Stehen Sie aufrecht mit leicht gespreizten Beinen und beugen Sie abwechselnd leicht das rechte, dann das linke Knie.
Verminderung des Sturzrisikos:
Osteoporose-Patienten müssen im täglichen Leben besonders vorsichtig sein. Ein Sturz kann leicht zu Knochenbrüchen mit schwerwiegenden Folgen führen. Sie müssen in Ihrem Haushalt Stolperfallen vermeiden.
- Statten Sie Treppen mit rutschsicheren Beläge aus.
- Achten Sie auf Haustiere, die Sie leicht zu Fall bringen können.
- Fixieren Sie Teppichkanten fest auf dem Fußboden oder besser noch entfernen Sie Teppiche.
- Entfernen Sie quer im Raum liegende Elektrokabel.
- Bringen Sie an Badewanne oder Dusche Haltegriffe an.
- Schalten Sie nachts beim Toilettengang o.ä. Licht an.
Wenn Sie Fragen haben, sprechen Sie uns oder unsere Mitarbeiterinnen an.