Osteoporose

"Osteoporose" eine neue Volkskrankheit
„Knochenschwund" oder „Knochenerweichung", wie diese Erkrankung im Volksmund genannt wird, ist eine Stoffwechselerkrankung des Skelettes. Am häufigsten tritt diese Erkrankung bei Frauen nach den Wechseljahren auf, Männer sind jedoch auch davon betroffen.

Der Knochen, ein lebendes Organ!
Entgegen der allgemeinen Annahme, Knochen seien starre und leblose Stützen des Körpers, sind Knochen lebendige, anpassungsfähige Organe mit einem eigenen Stoffwechsel. Im Innern des Knochens gibt es einen permanenten Auf- und Abbau der Knochenmasse. Der Aufbau wird durch sogenannte Osteoblasten, der Abbau durch sogenannte Osteoklasten gesteuert. Für die Stabilität und Elastizität sind die inneren Knochenstrukturen verantwortlich.

Osteoporose, was bedeutet das?
Durch den krankhaft vermehrten Knochenabbau verliert der Knochen an Substanz, an Knochenmasse. Zusätzlich verliert das Knochengewebe seine Mikroarchitektur. Die Stabilität des Skeletts wird durch diesen Vorgang geschwächt. Die Knochen werden porös (Abbildung 1 und 2).

Es besteht hierdurch die Gefahr, dass Wirbelkörper langsam oder plötzlich brechen. Auch Brüche von Gliedmaßenknochen sind oft bei Bagatellereignissen die Folge (Oberschenkelhalsbrüche, Unterarm-, Oberarmbrüche). (Abbildung 3).


Die Ursachen für die Entstehung einer Osteoporose
sind vielfältig. Bereits ab einem Alter von 35 Jahren verlieren die Knochen an Substanz - jährlich ist dies etwa 1% der Knochenmasse. Dies ist normal, kann jedoch durch bestimmte Risikofaktoren verstärkt werden.

Als Risikofaktoren gelten:
  • erbliche Veranlagung
  • hormonelle Veränderungen
  • Stoffwechselstörungen
  • Medikamenteneinnahme (z.B. Cortison)
  • Ernährungsmängel
  • Nikotin
  • Alkohol


Frauen in und nach den Wechseljahren gehören zur größten Risikogruppe.
In dieser Lebensphase kann der Knochenmasseverlust jährlich bis auf 5% gesteigert sein.

Osteoporose ist eine ernstzunehmende, aber sehr gut behandelbare Krankheit. Rechtzeitiges Erkennen dieser Krankheit und Gegensteuern durch entsprechende Therapie ist unser gemeinsames Ziel.

Nur wenn die erste osteoporotische Fraktur verhindert wird, kann die Lebensqualität bis ins hohe Alter erhalten werden.

Wird die Osteoporose erst nach einem Wirbelkörperoder Oberschenkelhalsbruch erkannt, so besteht die Gefahr weiterer Brüche innerhalb der nachfolgenden Monate.

Folgen sind:
  • Krankenhausaufenthalte (sozioökonomische Gesichtspunkte)
  • Körpergrößenreduzierung (Witwenbuckel)
  • Beeinträchtigung von Herz/Kreislauf und Lungenfunktion bis hin zur
  • Teil- oder Vollinvalidität


Vermeidung dieser Folgen durch rechtzeitige Diagnosestellung
  • Risikoprofil-Erhebung
  • Körperliche Untersuchung
  • Röntgenaufnahmen von Wirbelsäule/Hüften
  • Knochendichtemessung
  • Blut- und Urinuntersuchungen


Die 3 Säulen der Osteoporose-Therapie:


1. Medikamentöse Therapie:
Die Medikamente werden gezielt eingesetzt, um Knochenmasseverlust aufzuhalten, die Knochenmasse wieder aufzubauen und Knochenbrüche zu verhindern.

2. Umstellung der Ernährung:
Auf eine ausgewogene Mischkost mit hohem Calciumanteil muss geachtet werden.

3. Bewegungstherapie:
Eine gezielte Krankengymnastik unter fachlicher Anleitung stärkt die Knochen. Wichtig sind auch regelmäßige Spaziergänge an der frischen Luft, dies fördert die Kondition und die Knochengesundheit. Wenn Sie Fragen haben, sprechen Sie uns oder unsere Mitarbeiterinnen an.
 
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